Giustini-Rezension aus den USA (Fanfare Magazine)

[...] The performance, on a replica of 1726 Cristofori instrument, is universally excellent. Fortepianist Wolfgang Brunner knows just where to place the emphases with clear, precise phrasing. Given the variety of keys (from four sharps to four flats) one wonders about the temperament of the instrument, which should be more pungent harmonically the farther along the circle of fifths it goes. The clarity of this recording in all keys gives a feeling of equal temperament, and in this recording the music shines whatever the key. […]
Anyone interested in the development of the fortepiano and its idiosyncratic music will want to purchase this disc. Bertil van Boer (05.01.2011)
zur vollständigen Rezension: http://www.fanfaremag.com/content/view/42403/10246

Pasticcio-Preis des ORF Radio Ö1 für Giustini-Sonaten

Wolfgang Brunner erhielt für seine für seine bei cpo erschienene Einspielung von Lodovico Giustinis „Sonate da cimbalo di piano e forte” (1732) im vergangenen Dezember der Pasticcio-Preis des ORF, der monatlich an die beste österreichische CD-Produktion verliehen wird. Zuvor war diese Aufnahme der frühesten Kompositionen, die ausdrücklich fürs Hammerklavier veröffentlicht wurden, und die Wolfgang Brunner auf einer Cristofori-Kopie, also einem Nachbau des ältesten Hammerklavieres, zum Klingen gebracht hatte, international bereits mehrfach von Phonozeitschriften zur Aufnahme des Monats gekürt worden (z.B. Phonoforum: „Stern des Monats“).

Fono Forum Stern des Monats für Giustini-CD mit Wolfgang Brunner!

Optimales Instrument

Diese CD ist ein Musterbeispiel dafür, dass der Wert einer Komposition unter Umständen erst richtig erkannt werden kann, wenn sie aufdem richtigen Instrumentarium erklingt. Fachleuten waren die zwölf “Sonate da cimbalo di piano e forte” (1732) von Lodovico Giustini schon lange ebenso bekannt wie der Umstand, dass es sich dabei wohl um die erste ausdrücklich für Pianoforte komponierte Sammlung von Sonaten handelt.
Auf dem alten Cembalo klingen sie aber hölzern, auf dem modernen KonzertflügeI banal; erst auf einem Cristofori-Klavier können sie ihre Reize angemessen entfalten. Wolfgang Brunner spielt eine Kopie eines solchen Instruments, bei dem ein Pergamentröllchen zwischen dem Holzhammer und seinem Lederbezug einen elastischeren Anschlag und damit eine feinere Klangnuancierung ermöglicht. So lassen sich beispielsweise vollgriffige Akkorde auf unbetonter Zählzeit, wie sie sich in diesen Stücken auffällig oft finden, besser abfedern als aufeinem Cembalo oder einem modernen Flügel. Keine Frage: Schon für Mozarts Klavierkonzerte wäre dieses Instrument nicht käftig genug, aber für Giustinis Musik, die sowohl der barocken Suite verpflichtet ist als auch die Tür zur neuen Empfindsamkeit aufstößt, ist es das optimale Medium,
weil sich darauf das Traditionelle und das Moderne gleich gut darstellen lassen.
Doch nicht nur das Instrument, sondern auch der Interpret verdient höchstes Lob, denn Wolfgang Brunner verleiht jedem einzelnen der 27 Sätze sehr kenntnisreich und einfühlsam ein klares Eigenprofil. Passend
zu dieser CD gibt es ein Youtube-Video, in dem Brunner auch die Stoßzungenmechanik vorführt; ein Faksimile aller zwölf Sonaten ist ebenfalls im Internet in der Petrucci Music Librarv zu finden.
Matthias Hengelbrock, Fono Forum November 2010

Lodovico Giustini, Sonate da Cimbalo di piano e forte – Rezension bei Klassik Heute

(http://www.klassik-heute.com/kh/3cds/20100909_19822.shtml)

Als ich diese Einspielung mit Sonaten des italienischen Komponisten Lodovico Giustini (1685-1743) erhielt, stellte ich mit Überraschung fest, dass sich auch der Pianist Mieczyslaw Horszowski mit vier der insgesamt 12 überlieferten Sonaten befaßt hat (siehe Vergleichsaufnahmen).Jetzt aber ist es dem für alle Fragen des Hammerflügel-Spiels zuständigen, am Salzburger Mozarteum unterrichtenden Wolfgang Brunner zu danken, auf höchster wissenschaftlicher und interpretatorischer Ebene echten Zugang zu diesen Werken zu finden. Wie im Begleitheft versichert, handelt es sich um die 1732 komponierten „Sonate da Cimbalo di piano e forteì (im Einzelnen auch „Suonata” bezeichnet) um die absolut ersten Stücke dieser Art. Eine Pointe der Musikgeschichte nicht nur nebenbei: sie entstanden im Geburtsjahr Joseph Haydns! Brunner verrät in seinem äußerst informativen, sehr persönlich gehaltenen Booklet-Text, diese zwischen 9 und 14 Minuten in Anspruch nehmenden, vier- bis fünfsätzigen „Miniaturen” früher nicht ernst genommen zu haben. Die Begegnung mit dem Nürnberger Instrumentenbauer Reiner Thiemann, der die auf dieser Aufnahme verwendete Cristofori-Kopie bereitstellte, habe ihn aber eines erfreulich Anderen belehrt.

Die von Wolfgang Brunner ausgewählten sechs Sonaten bezeugen Giustinis satztechnische Gewandtheit, seinen Sinn für attraktive bis virtuose Handhabe des Tasteninstruments. Darüber hinaus wird der Hörer mit den unterschiedlichsten Tanz- und musikalischen Emotionsvariationen vertraut gemacht. Von der Alemanda, Corrente, Siciliana und Giga bis hin zur Canzone im Tempo einer Gavotta reicht der Bogen dieser liebenswürdigen, intelligenten Musik. Und inmitten dieser bewegungsfreudigen Szenen überrascht in der Sonate Nr. 11 ein fein erdachtes „Dolce”, dessen zarte Töne Brunner auf dem erlesen klingenden Thiemann-Instrument mit der – wie mir scheint – unverzichtbaren Wonne des engagierten, aber vor allem praktizierenden Historikers in unsere Zeit hinüberrettet.
Peter Cossé (09.09.2010)

Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität: 9
Gesamteindruck: 10
(Bewertungsskala: 1-10)

“Mozart, das bedeutet: Die Welt hat einen Sinn”

Vor 31 Jahren, am 3. Dezember 1978, gründete sich um Professor Erich Valentin, Dozent an der Hochschule für Musik in München und auch Präsident der “Deutschen Mozartgesellschaft”, in seinem Wohnort Bad Aibling die “Mozartgemeinde Südostbayern”. Nach dem Tod von Professor Valentin im Jahre 1993 führte seine Tochter Klara Ostern zusammen mit guten Freunden im Vorstand die “Gemeinde” über das 30-jährige Jubiläum hinaus – die musikalischen Veranstaltungen dieser Jahre, ergänzt durch Vorträge, Lesungen und Kulturfahrten, bereicherten und befruchteten das kulturelle Leben der Region in erheblichem Maß, getreu dem Hesse-Zitat “Mozart, das bedeutet: Die Welt hat einen Sinn”.

Im 31. Jahr ihres Bestehens sah die Mozartgemeinde ihre Aufgabe erfüllt und beschloss in zufriedenem Blick zurück ihre Auflösung. Zum “definitiv letzten Konzert” spielten die “eingemeindeten” Künstler Leonore von Stauss und Wolfgang Brunner vierhändige Klavierwerke im Saal der Musikschule Kolbermoor. “Klavier zu vier Händen” stand bei den Mozarts in Salzburg für das Nannerl und den Wolfgang auf dem Tagesprogramm, folgerichtig eröffnete die Sonate D-Dur KV 381 den Konzertnachmittag mit frischen und zündenden Einfällen des 16-Jährigen, mit einem ganz reizenden Andante und einem tänzerischen Finale.

Ignaz Pleyel war ein Jahr jünger als Mozart, der ihn sehr schätzte. Er stammte aus Niederösterreich und entwickelte sich zum Weltbürger, zum genialen Bearbeiter und gewieften Geschäftsmann. Seine “Sonate a Quatre Mains” B-Dur bot nach einem flotten Allegro ein ausgefuchstes Rondothema, ganz einfach zwar, aber mit unglaublichen Variationsmöglichkkeiten zu Humor und Spaß. Franz Schuberts “Sechs Ländler” D 841/D 618 dagegen waren rechte Spiel- und Tanzmusiken für zuhause, für den Salon oder auch für das Wirtshaus.

Anton Bruckner hat in seiner Zeit als Schulmeister in Windhaag eine Menge Klaviermusik geschrieben, hauptsächlich zu Unterrichtszwecken, die heute so gut wie unbekannt ist. Als informatives und packendes Beispiel dafür spielten Stauss/Brunner die Quadrille für Klavier zu vier Händen – stilechte Tanzmusik, die auf Johann Strauß zu verweisen schien. Anton Diabelli wiederum überraschte die Zuhörer mit einem “Rondo militaire” op. 150 zu vier Händen, das so vergnügt und beschwingt daherkam, dass man Lust zum Dienst in dieser Heeresabteilung bekam. Mit dem “Andante con Variazioni” B-Dur op. 83a von Felix Mendelssohn-Bartholdy schloss sich der Kreis zu Mozart: auch Mendelssohn spielte oft mit seiner begabten Schwester an einem Instrument. Sein “Andante” erwies sich als das “ernsthafteste” Stück des Konzerts, in dem er sich in seinen Gefühlen und den Möglichkeiten des Klavierspiels völlig und bis zur Neige auslebte.

Den makellosen Vortrag der beiden Pianisten, bereichert durch die kluge und sympathische Moderation von Wolfgang Brunner, belohnte das Publikum mit reichem Beifall; sie bedankten sich dafür mit zwei köstlichen Stücken aus den liebenswerten “Jeux d’enfants” von Georges Bizet.

(ovb-online.de, 07.12.09)

Hammerklavierkurse 2010 – Courses Fortepiano 2010

Übersicht 2010

22. – 26.Feburar 2010 25. Internationale Händel-Akademie Fortepiano Karlsruhe
03. – 06. Juni 2010 Master class Fortepiano Millstatt/Austria
24. – 26. September 2010 Meisterkurs Cembalo /Hammerklavier Flötenhof Ebenhofen
22.02. – 26.02.2010 25. Internationale Händel-Akademie Karlsruhe
„Wege zur Romantik“
Im Zentrum des Kurses stehen solistische und kammermusikalische Hammerklavierliteratur von 1750 bis 1850. Besonders interessant sind für den aufführungspraktisch informierten Interpreten die verschieden möglichen Ansätze in der Umbruchsituation der Musik nach 1800. Teilweise sind noch „barocke“ und „klassische“ Zugänge sinnvoll, andererseits müssen scheinbar gleich gebliebene Notationen mit neuem Ausdruck erfüllt werden – eine höchst spannende und herausfordernde Aufgabenstellung, die stilistisch adäquate Differenzierung von Stieltechnik und Interpretation verlangt!
Information und Anmeldung:
Email: haendel-akademie@bstaatstheater.de

http://www1.karlsruhe.de/Kultur/Haendel-Akademie/de/

22nd – 26th February 2010 “Paths to Romanticism”
At the heart of this seminar are soloist and chamber music related pianoforte literature publications dating back to the era from 1750 to 1850. For the performance practice informed interpreters, the various possible approaches in the paradigm change situation of post 1800 music are of particular interest. In some cases, baroque and classic approaches are still expedient, however, at the same time the notations, which seem to have stayed the same, will have to be filled with new expressions. This makes for a highly enthralling and challenging assignment that demands a stylistically adequate differentiation between style techniques and interpretation!

Information und Registration:
Email: haendel-akademie@bstaatstheater.de

http://www1.karlsruhe.de/Kultur/Haendel-Akademie/de/

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Master class Fortepiano
Millstatt/Austria June, 3th to 6th 2010

In the center of this master class will be one of the earliest fortepianos of Ludwig Bösendorfer (ca. 1828, 6 ½ octaves) – an instrument in a good and inspiring condition. Also there will be a copy after Anton Walter (5 octaves), made by Robert Brown.

Beside of questions of interpretation Wolfgang Brunner will have a special attention to differentiated and suitable technique of playing fortepiano.

A final concert of participants will be at June 6th.

Inscription and information:
Office Musikwochen Millstatt, Marktplatz 8
9872 Millstatt, Tel. 04766 2023 35
info@musikwochen.com
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Flötenhof, D-87640 EBENHOFEN 24. – 26. September 2010
Meisterkurs Cembalo und Hammerklavier

Für den Kurs stehen 2 Cembali (415 / 440) und ein fünfoktaviger Hammerflügel (430) nach Anton Walter zur Verfügung.
Je nach Interesse der Teilnehmer werden neben der Repertoirearbeit auch historische (oder nicht ganz so „historische“) Improvisationsmodelle ins Blickfeld des Kurses rücken.
Anmeldung: www.alte-musik.info

Giustini-Sonaten / Cristofori-Flügel – Vorschau auf die CD

Soeben habe ich eine kleine Vorschau auf eine 2010 bei cpo erscheinende CD in you tube gestellt:

Die ersten Sonaten für Hammerflügel, veröffentlicht 1732 von Lodovico Giustini in Florenz, und gespielt auf der Kopie des ersten Hammerflügelmodells, gebaut um 1726 durch Bartolomeo Cristofori ebenfalls in Florenz (und kopiert von Reiner Thiemann 1995 in Lauf bei Nürnberg):

Ergänzt wird dieses kurze Klangbeispiel (erster Satz der ersten Sonate Giustinis) durch eine Darstellung der Mechanik Christoforis.

Wie mir Reiner Thiemann überzeugend (und begeistert) darstellte, muß Cristofori ein genialer Instrumentenbauer gewesen sein (Im Booklet wird’s Details dazu geben). Angestellt am Hof der Medicis als Betreuer der Instrumente (so etwas wie der erste bezahlte Restaurator der Musikgeschichte!) erhielt er wohl um 1690 den Auftrag ein neues Instrument zu konstruieren, ließ sich viel Zeit damit und präsentierte um 1697 erst seine Ideen dazu. Heute sind noch 3 seiner Hammerflügel erhalten. Das Vorbild der Kopie Thiemanns bildet der heute im Grassi Museum Leipzig stehende Flügel aus dem Jahr 1726 (Cristofori war also 71 Jahre alt und konnte hier die Summe seiner Bauerfahrung verwirklichen) und ist unter restauratorischen Gesichtspunkten in sehr gutem Zustand. Wie mir Denzil Wraight mitteilte, sind sogar die Stoffe weitgehend original, so daß der ursprüngliche Tastengang rekonstruiert werden kann. Denzil Wraight hat sich übrigens ebenfalls sehr gründlich mit Cristofori beschäftigt: seine schöne Kopie steht heute an der Basler Schola und ein Besuch seiner Website http://www.denzilwraight.com/  – u.a. mit vielen Detailinformation zu Cristofori – lohnt sich unbedingt!

“Ungeschriebene Märchen – alles wieder vergessen?” – einige Publikationen Wolfgang Brunners der letzten Jahre (Auswahl)

Bachrezeption beim Salzburger Mozart?
In: Thomas Hochradner (Hg.): Bach – in Salzburg. Symposiumsbericht 2000
Salzburg 2001 des Internationalen Symposiums der Salzburger Bachgesellschaft in Zusammenarbeit mit dem „Institut für Musikwissenschaft der Universität Mozarteum und dem „Forschungsinstitut für Salzburger Musikgeschichte“ an der Universität Salzburg

Kompetentsuse kriteeriumid pillimänguõpetuses / Criteria for Competence in Instrumental Pedagogy
In: Eesti Muusikaakadeemia / Interpretatsioonipedagoogika Instituut (Hg.): Interpretatsioonipedagoogika probleemid II / On problems in Pedagogy of Interpretation II.
Kongressbericht der Internationalen Konference Tallinn 1.-2.11. 2001.
Tallinn 2003. S. 47- 53, 131-138.

Ungeschriebene Märchen – Hans Christian Andersen in Salzburg und seine Beziehung zur Musik.
In: Salzburger Nachrichten Wochenendausgabe 26.-28 März (Ostern) 2005, S. IV

Improvisieren mit Mozart – gebundenes und freies Stehgreifspiel nach Modellen aus Barock und Klassik. Zusammenfassung zum Workshop der EPTA in Jena am 29. Oktober 2004.
In: EPTA-Dokumentation 2004/2005: Auf verwachsenen Pfaden? Klavierunterricht heute. Beiträge des Kongresses in Jena 2004 und des Seminars in Rostock 2005.
Düsseldorf. Staccato-Verlag 2006.

Was tut der Name zur Sache? – Interview mit dem Leiter des Ensembles „Salzburger Hofmusik“ Wolfgang Brunner. Geführt von Georg Büsch und Ingo Nagel-
In: ensemble – Magazin für Kammermusik 1- 2008, S. 41-43.

„… und alles wieder vergessen“ – Erinnerungen an den Unterricht bei Nikolaus Harnoncourt.
In: Universität Mozarteum: Nikolaus Harnoncourt – die Universität Mozarteum Mozarteum ehrt den Dirigenten und Musikdenker. Salzburg 2008. S. 36-38.