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“Mozart, das bedeutet: Die Welt hat einen Sinn”

Vor 31 Jahren, am 3. Dezember 1978, gründete sich um Professor Erich Valentin, Dozent an der Hochschule für Musik in München und auch Präsident der “Deutschen Mozartgesellschaft”, in seinem Wohnort Bad Aibling die “Mozartgemeinde Südostbayern”. Nach dem Tod von Professor Valentin im Jahre 1993 führte seine Tochter Klara Ostern zusammen mit guten Freunden im Vorstand die “Gemeinde” über das 30-

jährige Jubiläum hinaus – die musikalischen Veranstaltungen dieser Jahre, ergänzt durch Vorträge, Lesungen und Kulturfahrten, bereicherten und befruchteten das kulturelle Leben der Region in erheblichem Maß, getreu dem Hesse-Zitat “Mozart, das bedeutet: Die Welt hat einen Sinn”.

Im 31. Jahr ihres Bestehens sah die Mozartgemeinde ihre Aufgabe erfüllt und beschloss in zufriedenem Blick zurück ihre Auflösung. Zum “definitiv letzten Konzert” spielten die “eingemeindeten” Künstler Leonore von Stauss und Wolfgang Brunner vierhändige Klavierwerke im Saal der Musikschule Kolbermoor. “Klavier zu vier Händen” stand bei den Mozarts in Salzburg für das Nannerl und den Wolfgang auf dem Tagesprogramm, folgerichtig eröffnete die Sonate D-Dur KV 381 den Konzertnachmittag mit frischen und zündenden Einfällen des 16-Jährigen, mit einem ganz reizenden Andante und einem tänzerischen Finale.

Ignaz Pleyel war ein Jahr jünger als Mozart, der ihn sehr schätzte. Er stammte aus Niederösterreich und entwickelte sich zum Weltbürger, zum genialen Bearbeiter und gewieften Geschäftsmann. Seine “Sonate a Quatre Mains” B-Dur bot nach einem flotten Allegro ein ausgefuchstes Rondothema, ganz einfach zwar, aber mit unglaublichen Variationsmöglichkkeiten zu Humor und Spaß. Franz Schuberts “Sechs Ländler” D 841/D 618 dagegen waren rechte Spiel- und Tanzmusiken für zuhause, für den Salon oder auch für das Wirtshaus.

Anton Bruckner hat in seiner Zeit als Schulmeister in Windhaag eine Menge Klaviermusik geschrieben, hauptsächlich zu Unterrichtszwecken, die heute so gut wie unbekannt ist. Als informatives und packendes Beispiel dafür spielten Stauss/Brunner die Quadrille für Klavier zu vier Händen – stilechte Tanzmusik, die auf Johann Strauß zu verweisen schien. Anton Diabelli wiederum überraschte die Zuhörer mit einem “Rondo militaire” op. 150 zu vier Händen, das so vergnügt und beschwingt daherkam, dass man Lust zum Dienst in dieser Heeresabteilung bekam. Mit dem “Andante con Variazioni” B-Dur op. 83a von Felix Mendelssohn-Bartholdy schloss sich der Kreis zu Mozart: auch Mendelssohn spielte oft mit seiner begabten Schwester an einem Instrument. Sein “Andante” erwies sich als das “ernsthafteste” Stück des Konzerts, in dem er sich in seinen Gefühlen und den Möglichkeiten des Klavierspiels völlig und bis zur Neige auslebte.

Den makellosen Vortrag der beiden Pianisten, bereichert durch die kluge und sympathische Moderation von Wolfgang Brunner, belohnte das Publikum mit reichem Beifall; sie bedankten sich dafür mit zwei köstlichen Stücken aus den liebenswerten “Jeux d’enfants” von Georges Bizet.

(ovb-online.de, 07.12.09)


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